Eine nostalgische Bahnfahrt mit dem "Roten Blitz" von Palma nach Porto de Soller


Auf der Fahrt mit der vor allem von Touristen als „Roter Blitz“ bezeichneten Eisenbahn von Palma in den Nordwesten der Insel nach Sóller erlebt man eine der schönsten Strecken auf Mallorca. Die Bahnlinie stammt aus dem Jahr 1912 und wurde 1927 durch die Firma Siemens-Schuckert Berlin elektrifiziert. Einige der holzverkleideten Fahrzeuge von damals sind noch heute im Einsatz. Während der 45-minütigen Fahrt auf der 27 Kilometer langen Strecke gibt es grandiose Aussichten. Der Zug durchquert zudem 13 Tunnel und den 52 Meter langen Viadukt Cinc Ponts. Hin und zurück kostet die Fahrt 17 Euro.

Durch eine der reizvollsten Gegenden der Insel
Nach der Abfahrt vom an der Paza Espanya gelegenen Bahnhof in Palma geht es zunächst durch die Außenbezirke der Stadt. Dann sind Mandelbaum- und Olivenhaine zu sehen. Vorbei am Bahnhof von Son Sardina geht die Fahrt weiter, mitten durch imposante Mandelbaumplantagen, Olivenhaine und Johannisbrotbäume. Am Bahnhof von Bunyola erfolgt ein kurzer Halt. Später dominieren die typischen Terrassenfelder mit den Trockenmauern die Landschaft. Beim Zurückschauen erlebt man Palma und seine Bucht. Doch schon zeigt sich die Sierra de Alfabia, hinter deren Bergkamm sich Sóller in einem fruchtbaren Tal verbirgt.

Während früher der Zug vor allem zum Transport von Citrusfrüchten und Oliven aus dem fruchtbaren Tal von Sóller nach Palma genutzt wurde, ist der "Rote Blitz" heute eine der Sehenswürdigkeiten auf Mallorca. Der ADAC-Reisführer Mallorca weiß zu berichten, das der „Rote Blitz“ die letzte Privatbahn Spaniens ist und Europas einzige Bahn, die mit über einer Million Fahrgästen jährlich schwarze Zahlen schreibt. Die Fahrt mit dem "Roten Blitz" von Palma nach Sóller startet fünfmal täglich ab Palma. Erste Abfahrt ist um 8.00 Uhr, dann um 10.40 Uhr, 13.00 Uhr, 15.15 Uhr und 19.45 Uhr. Für Touristen ist der Zug um 10.40 Uhr besonders empfehlenswert, denn dann macht der "Rote Blitz" noch einen Extrahalt an einem Aussichtspunkt, von dem man einen besonders schönen Blick auf das Tal von Sóller hat.

Fünf Kilometer zuckelt die Straßenbahn von 1913
Nach dem Umsteigen vom oberen Bahnhof auf die Straßenbahn in Soller schlagen nicht nur Kinder- und nostalgisch veranlagte Männerherzen noch einmal höher. Schon der Besuch des Bahnhofes mit einer ständigen Ausstellung mit Werken von Pablo Picasso und Joan Mirò ist lohnenswert. Ebenso eine Reise in die Vergangenheit vor eindrucksvoller Kulisse ist die Fahrt mit der nostalgischen Straßenbahn aus dem Jahr 1913.

 

Das historische Gefährt bringt die Fahrgäste von Sóller in das hübsche Hafenstädtchen Port de Soller. Die fünf Kilometer lange Straßenbahnstrecke verdankt ihrer Existenz einem Gesetz über den Bau von Kleinbahnen in Spanien. Dieses besagte, dass eine Eisenbahnstrecke nur Subventionen bekam, wenn sie länger als 30 Kilometer war. Da die Strecke von Palma nach Sóller nur 27 Kilometer betrug, entschloss man sich, die Straßenbahn offiziell als Verlängerung der eigentlichen Strecke mit zu errichten, um so den kompletten Sreckenabschnitt auf über 30 Kilometer auszudehnen.

Die vier Euro für die Fahrkarte sind gut angelegt, denn die landschaftlichen Eindrücke überwältigen. Die Lage des Ortes in der sonnigen Ebene von Sòller ist eien der reizvolsten Mallorcas. Hier wachsen Orangen- und Olibvenbnäume. geernet werden auch Feigen und Mandeln. Der etwa 10.000 Einwohner zählende Ort ist von den höchsten Gipfeln der Insel umgeben, bis zum Meer sind es aber nur knapp fünf Kilometer.

Straßenbahnfahrt vor eindrucksvoller Kulisse
Die Tram fährt vom Bahnhofsvorplatz von Sóller durch die Innenstadt und weiter durch Zitronenhaine bis direkt an die Hafenmole von Port de Sóller. Beim Dahinzuckeln kann man Blumenpflücken, so langsam nähern sich die hölzernen Wagen dem Hafen von Soller. Abenteuerlich muten die Haltestellen manchmal schon an, bestehen sie meist nur aus einem nur wenige Zentimeter breiten Betonbalken mitten in der Landschaft. Port Sóller ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Wanderungen in die nördliche Serra de Alfàbia und das Tramuntana-Gebirge.

(Artikel Quelle: http://my-entdecker.de/europa/spanien/balearen/mit-dem-roten-blitz-auf-schienen-durch-mallorca)